Mehr Mut zu Patriotismus

Wolfgang Bosbach sprach in Waghäusel

Kritik an Grünen-Politikerin Göring-Eckardt

Waghäusel-Kirrlach (aj/js). Für manche in der CDU gilt er als Querulant, andere feiern ihn als mutigen Politiker, der klare Aussagen macht. Eines ist Wolfgang Bosbach aber in jedem Fall: Jemand der mit seinen Aussagen den Nerv zahlreicher Menschen in der Bevölkerung trifft. Dies bewies die jüngste Veranstaltung  der CDU Waghäusel sowie der Mittelstandsvereinigung der CDU Karlsruhe-Land, zu der Bosbach als Gastredner angekündigt war.

Weit über 300 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten trotz sommerlicher Temperaturen den Weg ins Kirrlacher Pfarrzentrum gefunden, um den Ausführungen des Innenpolitikers zu lauschen.

Nach der Begrüßung durch die Waghäuseler CDU-Vorsitzende Ursel Scheurer und die Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung (MIT), Nicole LaCroix, sprach zunächst CDU-Bundestagsabgeordneter Olav Gutting zu den Anwesenden und berichtete über aktuelle bundespolitische Themen. Den Hauptredner des Abends, Wolfgang Bosbach, begrüßten die Gäste mit „Standing Ovations“.

„Die MIT Karlsruhe Land hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Belange der lokalen Betriebe und Unternehmen aufzugreifen und an die Verantwortlichen in Berlin weiterzuleiten, um den Wirtschaftsstandort im Landkreis zu stärken. Durch unsere Arbeit wollen wir bessere Rahmenbedingungen für das unternehmerische Handeln des Mittelstandes erreichen“, erklärte Nicole LaCroix in ihrem Grußwort.

Die MIT-Kreisvorsitzende sieht im momentanen wirtschaftlichen Aufschwung die Chance, Reformen herbeizuführen. Das von der MIT aufgestellte „Deutschlandpaket“ möchte mit den erhöhten Steuermehreinnahmen zu einem Drittel die Lohn- und Einkommenssteuer reformieren, um den Steuerzahler, vor allem mit mittlerem Einkommen und Familien zu entlasten. Das zweite Drittel sieht die MIT für Investitionszuschüsse in Infrastruktur, Innovation und Bildung vor. Mit dem letzten Drittel müsse der Schuldenabbau vorangetrieben werden, damit auch zukünftige Generationen in einem wirtschaftlich erfolgreichen und sozial ausgeglichenen Land leben können. „Mit Olav Gutting als Bundestagsabgeordnetem und zeitgleich MIT Mitglied sind wir hierbei bestens in Berlin vertreten. Deshalb unterstützen wir ihn im Wahlkampf zur Bundestagswahl“, so LaCroix.

In einer anschließenden rund einstündigen Rede begeisterte der langjährige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende des parlamentarischen Innenausschusses Wolfgang Bosbach die Zuhörerinnen und Zuhörer mit klarer Kante und deutlichen Worten: „Wir müssen mehr Mut zu Patriotismus für unser eigenes Land haben“, so Bosbach gleich zu Beginn seiner Rede. Der folgende lange Applaus bestärkte ihn in seinen Ausführungen.

So sprach er sich für eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber dem Scharia-Islam aus und forderte in diesem Punkt mehr Strenge von Seiten der Bundespolitik. Weiter komme eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU für ihn nicht in Frage. Bosbachs Begründung: „Die EU muss aufpassen, dass sie sich nicht überdehnt.“

Deutliche Kritik übte er an der Spitzenkandidatin der Grünen zur Bundestagswahl, Kathrin Göring-Eckardt. Diese habe laut Bosbach einst im ARD-Morgenmagazin erklärt, dass sie die Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme für gut und notwendig halte. „Diese Aussage ist für mich nicht nur unsinnig sondern auch gefährlich“, erklärte der Innenexperte. Dementgegen plädierte er dafür, die deutschen Sozialsysteme müssten „mit deutlich strengeren Regeln besser vor Missbrauch geschützt werden“.

CDU-Bundestagsabgeordneter Olav Gutting zeigte sich begeistert von Bosbachs Auftritt: „Er ist jemand der nicht um den heißen Brei herumredet und der einen politischen Kurs vertritt, den ich selbst nur befürworten kann“. Für ihn sei es daher schade, dass Bosbach dem neuen Bundestag nicht wieder angehören werde.

Auch Ursel Scheurer, CDU-Chefin in Waghäusel, zeigte sich rundum zufrieden mit der Veranstaltung: „Allein der große Zuspruch durch die vielen Anwesenden ist überwältigend und zeigt welche große Zustimmung die Person Wolfgang Bosbach und seine Aussagen in der Bevölkerung finden.“ Beeindruckend sei für sie insbesondere die Lebensfreude, mit der Bosbach trotz seiner Krankheit in der Öffentlichkeit auftrete.

Offenes Ohr für den Mittelstand im Landkreis

CDU Mittelstandsvereinigung Karlsruhe-Land mit neuem Kreisvorstand

Karlsdorf-Neuthard (js). Die CDU-Mittelstandsvereinigung Karlsruhe-Land hat sich personell neu aufgestellt und mit Nicole La Croix steht eine junge Unternehmerin an ihrer Spitze. Bei der Kreishauptversammlung des Kreisverbandes Karlsruhe-Land der MIT, war die Architektin aus Stutensee zuvor von den Mitgliedern einstimmig gewählt worden.

Als Stellvertreter stehen der neuen Vorsitzenden der Landtagsabgeordnete Joachim Kössler und der Kommunikationsberater Jürgen Scheurer aus Waghäusel zur Seite. Schatzmeister bleibt Schreinermeister Emil Seith aus Stutensee. Als Beisitzer wurden der Bauingenieur Ernst Schuhmacher aus Waghäusel und der bisherige Vorsitzende, Rechtsanwalt Manfred Hofmann, im Vorstand.

„Ich will vor allem zuhören und gemeinsam mit dem neuen Vorstand ein offenes Ohr für die Belange des Mittelstands im Landkreis Karlsruhe haben“, erklärte die neue Kreisvorsitzende in ihrem Schlusswort.

Der langjährige Vorsitzende, Rechtsanwalt Manfred Hofmann, hatte das Amt des Vorsitzenden über 20 Jahre bekleidet. In seinem Rechenschaftsbericht ließ er die letzten Jahre und die vielfältigen Aktivitäten seiner Amtszeit Revue passieren.

„Es ist nun an der Zeit das Amt in jüngere Hände zu geben und mit frischem Personal neue Akzente zu setzen“, erklärte Hofmann seinen Entschluss nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung zu stehen.

Der Landesvorsitzende der MIT Baden-Württemberg, Daniel Hackenjos, der auch die Versammlungsleitung übernahm, lobte in seinem Grußwort das langjährige Engagement des bisherigen Vorsitzenden und seiner Vorstandskollegen.

„Wir als MIT stehen auch hier im Landkreis Karlsruhe für Wettbewerb, Leistung und Eigenverantwortung ohne dabei unsere Verpflichtung für einen respektvollen Umgang mit unseren Mitmenschen zu vergessen“, erklärte Hackenjos. Er gab auch einen Ausblick auf die bevorstehenden Aktivitäten des Landesverbandes und die anstehende Erneuerung des Verbandes auf verschiedenen Ebenen.

Der nordbadische Bezirksvorsitzende Rolf Buttkus würdigte die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Landkreis Karlsruhe und bot der neuen Vorstandschaft seine Unterstützung an.